Pia Guggenbühl
Ortspartei Küsnacht
16.07.2021

«Derzeit wird jede Veränderung kritisiert»

Der Beitrag unseres Präsidenten im «Küsnachter» vom 15. Juli 2021

Aus der Küsnachter Politik – FDP Küsnacht
Wir stehen kurz vor den Sommerferien nach einer schwierigen Zeit. Das Corona-Virus hat uns Alle vor schwierige Herausforderungen gestellt. Wie wir arbeiten, uns treffen und begegnen hat sich stark verändert. Der persönliche Austausch hat gelitten, wir haben uns weniger physisch getroffen und uns zu wenig «in die Augen geschaut».


Für mich waren diese Umstände während den letzten Kampagnen deutlich spürbar. Der Meinungsaustausch war härter und konfrontativer. Der FDP Küsnacht wurde, im Zusammenhang mit den beiden Einzelinitiativen, in einem Leserbrief die Absicht unterstellt das Gemeindehaus im Trump-stil stürmen zu wolle; bei der 7- statt 9-Abstimmung wurden uns Machtgelüste und Desinformationen unterstellt.


Zusätzlich ist der Ton einzelner Gruppierungen gegenüber dem Gemeinderat nicht immer konstruktiv – leider sogar ins Negative gerutscht. Wenn der Kanton einen Minikreisel plant und die Bushaltestelle barrierefrei umbauen möchte, wird polemisch von der Zerstörung «des Herzen von Küsnacht» gesprochen. Wohlgemerkt aus Kreisen, welche vor Jahren an diesem besagten Ort einen Tunnel bauen wollten. Vielleicht sollten diese Personen mal wieder vom Dorfplatz aus, das Küsnachter-Tobel hochlaufen und sich auf der Forch über die schöne Aussicht erfreuen, um zu erkennen, dass das Herz von Küsnacht nicht eine Bahnhofsunterführung mit einer Kreuzung ist.


Die 7- statt 9-Initiative ermöglicht aus Sicht der Mehrheit der Stimmbürger von Küsnacht und der FDP und «Die Mitte» Küsnacht, die Verwaltung besser zu organisieren. Dass der Gemeinderat die zukünftige Organisation nicht vor der Abstimmung kommuniziert hat, ist auch aus Rücksicht der Mitarbeiter der Verwaltung, die richtige Entscheidung. Wir sind überzeugt, dass die Reduzierung der Gemeinderatssitze die versprochenen Verbesserungen bringen wird – jetzt ist der Gemeinderat am Zug und muss den Worten Taten folgen lassen. Die Initiative hat hoffentlich auch einen Ruck durch unsere politische Landschaft ausgelöst. Wir werden sehen, ob jene Parteien und Gruppierungen, welche sich während den letzten Jahren mit sehr wenigen eigenen Kandidaten aktiv engagierten und jetzt eine Parteienvielfalt forderten, sich bei den Gesamterneuerungswahlen im 2022 auch für einen der 29 Behördenämter bewerben. Die FDP Küsnacht wird sich, wie in den vergangenen Wahlen, aktiv engagieren und so ihren Teil für Küsnacht beitragen.
Ich habe den Eindruck erlangt, dass gegenwärtig in Küsnacht jede Veränderung grundsätzlich kritisiert wird und die guten Dinge schlicht ignoriert werden. Auch wenn der Gemeinderat kommunikativ einiges besser machen kann und auch bei uns einige Dinge nicht immer perfekt laufen, leben wir in einer gut funktionierenden Gemeinde. Die Rahmenbedingungen in Küsnacht sind ausgezeichnet: unsere Finanzen sind im Lot, unsere Schulen haben einen ausgezeichneten Ruf und die Verwaltung arbeitet ordentlich. Während der Corona-Krise wurde dem Gewerbe aktiv geholfen und so grösseren Schaden verhindert. Unser Gemeindepräsident hat sich massgeblich dafür eingesetzt hat, dass wir im Bezirk ein eigenes Impfzentrum erhalten und so für unsere COVID-Impfung nicht nach Winterthur fahren müssen.


Die Corona-Krise hat uns gemeinsam herausgefordert. Die Pandemie hat aus aufgezeigt, dass das Gesundheitssystem fragil ist und schnell an seine Grenzen stossen kann. Der Ruf nach dem Staat, welcher alles richten soll, wurde stärker und die Eigenverantwortung schwächer. Auch unsere Partei wurde während dieser Krise stark kritisiert. Mitglieder sind ausgetreten, weil sie unsere Haltung gegenüber der Regierung falsch finden. Einige, weil wir die Regierung zu stark unterstützten, Andere weil wir sie zu stark kritisierten. Auch hier zeigte sich, dass es kein richtig oder falsch gibt und wir Alle etwas mit der Situation überfordert sind. Wir sollten uns jetzt auf unsere liberalen Grundwerte besinnen, die Lehren aus dieser Krise ziehen, den Einfluss des Staates wieder zurück binden, die Eigenverantwortung wieder stärken und die enormen Schulden abbauen.


Jetzt wünsche ich Ihnen eine schöne und erholsame Sommerzeit, geniessen Sie die Zeit und die wieder gewonnenen Freiheiten. Ich freue mich darauf, dass wir uns wieder vermehrt direkt in die Augen schauen, die Hand schütteln und gemeinsam Lösungen erarbeiten und so Küsnacht weiter entwickeln.